Europaviertel, Lyoner Quartier, Gateway Gardens

3 S-Bahn Stationen, 3 Stadtentwicklungsgebiete

Eine Tour für Frankfurter und Besucher, die sich für große innenstadtnahe Neubaugebiete in Frankfurt interessieren.
Foto: (c) Philipp Meuser

Europaviertel – ein innenstadtnahes Konversionsgebiet, wo auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs, ein neues gemischtes Stadtgebiet mit Messeerweiterung, vielen Wohnungen und einem neuen Park entstanden

Lyoner Quartier – betrieben auch von den Eigentümern und Nutzern der Bürogebäude, wird die zeittypisch in den sechziger Jahren entstandene Bürostadt Niederrad, zu einem gemischten Quartier umgebaut.

Gateway Gardens – unter der Einflugschneise der neuen Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens entsteht an Stelle des ehemaligen Housing Area der American Air Force zwischen alten Eichen ein neues Büro- und Hotelquartier.

Alle Gebiete liegen im Bereich von vier Haltestellen an der S-Bahnlinien S 8 und S 9.

Die Kombinationstour dauert rund 5 Stunden, natürlich mit der Möglichkeit zu Pausen dazwischen. Alle Gebiete zeigen wir auch gerne einzeln.

Das Europaviertel

Der erste Frankfurter Flughafen, der Güterbahnhof, das große Rangierfeld waren Verkehrsanlagen, die für Frankfurts Verbindung mit Deutschland und der Welt von Bedeutung waren. Nun ist hier eine Breitstraße entstanden, die für Frankfurts Ebenbürtigkeit in der Welt breiter Straßen sorgen soll. Die 2,4 km lange Europaallee, Haupterschließungsstraßen des Viertels, das mit großen Schlagworten begonnen wurde – eine Straße europäischer Dimension, von europäischen Architekten gebaut, dem Finanzplatz Frankfurt gerecht werdend – ist nun zum Hintergrund für Interviews geworden, in denen Politiker den mangelhaften architektonisch-gestalterischen Anspruch im Gebiet kritisieren.

Der Name ist ‚Europaviertel‘: Eine Million Quadratmeter Stadt, davon ein Viertel Parkanlagen, rund 5000 Wohnungen und schlussendlich 30.000 Arbeitsplätzen sind seit 2005 in der Nähe der Frankfurter Innenstadt und Messe entstanden. Im Herbst 2013 wurde das Einkaufszentrum Skyline Plaza eröffnet. Es liegt an der Verbindungsstelle mit der bestehenden Stadt und soll die Bevölkerung mit seinem öffentlichen Dachgarten locken, auf neudeutsch ‚Skyline Plaza‘, um dort den Ausblick auf das Europaviertel zu genießen. Umgeben ist es von einer Reihe von Hochhäusern, dem Büro- und Hotelturm Tower One und dem Grand Tower mit 173 m, der höchste Wohnturm Deutschlands. Im Entstehen und geplant sind Projekte, die zur Mainzer Landstraße und dem Vorfeld des Hauptbahnhofs aufschließen, der Büro- und Hotelturm Spin, das begrünte Wohnhochhaus Eden und der Icoon Wohnturm von Mecanoo Architekten aus den Niederlanden.

Das Lyoner Quartier

Funktionstrennung war in Mode, als man in Frankfurt in den sechziger Jahren die Bürostadt Niederrad gründete, um auf 144 ha Büroflächen zur Verfügung zu stellen und damit auch auch Veränderungsdruck auf die Innenstadt zu verringern. Als architektonische Highlights entstanden 1970 die deutsche Nestlé Zentrale und die über die Stadt hinaus bekannten Olivetti Bürotürme von Egon Eiermann. Durch ihre markante Kelchform fallen sie stets noch von der nahegelegenen A5 auf.

Die Zeiten hatten sich geändert, 2006 gab es einen Büroleerstand von 30 %, die Staus der Pendler am Morgen und am Abend und das fehlende Ambiente machten das Viertel unbeliebt. Nicht zuletzt der Wunsch der Immobilienbesitzer in Niederrad hat einen Wandel angestoßen. Entstehen soll ein an sieben Tagen der Woche lebendiger Stadtteil, mit mehr Gastronomie, Wohnungsangeboten für Büroangestellte in Arbeitsplatznähe und eine verbesserte Freiraumqualität. Eine ‚Standortinitiative Neues Niederrad‘ – SINN – bemüht sich um Veränderung. Erfolgreich war man schon beim Namen: aus der Bürostadt Niederrad wurde das Lyoner Quartier. Orientiert an einer Rahmenplan- Entwicklungsstudie von bb22 Architekten und Stadtplanern sind mittlerweile die gewünschten Veränderungen sichtbar. Ein Leuchtturmprojekt war die Umwandlung eines Büroturms in Wohnungen durch Architekt Stefan Forster.

Gateway Gardens

In unmittelbarer Nähe des Flughafens, auf dem Gelände des ehemaligen Housing Area des Amerikanischen Luftwaffenstützpunktes in Frankfurt, wird nun ein Dienstleistungsgebiet entwickelt. Als sich das Ende der amerikanischen Nutzung abzeichnete, wollte die Stadt eine Entwicklung mit positiven Effekten sicherstellen. Das 35 ha große Gelände wird nun von einer Projektentwicklungsgesellschaft erschlossen, an der die Stadt mit 50 % beteiligt ist. Einen speziellen Charakter bekommt das Gebiet durch Verzicht auf Zäune und den alten Eichenbestand. Die neue Bebauung, zu rund 50 % fertiggestellt, besteht hauptsächlich aus Bürogebäuden und Hotels. Eine besondere Einrichtung ist das HOLM – House of Logistics und Mobility. Zu diesem Thema, arbeiten und forschen hier Institute der umgebenden Hochschulen und privatwirtschaftliche Firmen unter einem Dach. Das Gebäude ist nach Passivhausstandard errichtet. Insgesamt wird angestrebt eine DGNB Platin Zertifizierung für das Gebiet zu erreichen. Dazu gibt es beispielsweise die Auflage 60 % der Dachflächen zu begrünen. Wichtiger noch: alle Gebäude werden mit Fernwärme geheizt. Seit Dezember 2019 sorgt eine unterirdische S-Bahnstation für eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr für das Gebiet inmitten von Verkehrswegen: über Bahntunneln, zwischen der A3, großen Zufahrstraßen zum Flughafen und unter der Anflugschneise der neuen Landebahn.

Projektauswahl

Europaviertel

  • Masterplan von AS & P
  • Skyline Plaza (Henning Jost + Gisela Simon -Fassade Jourdan & Müller)
  • Tower One (Meurer Architekten)
  • Grand Tower (Magnus Kaminiarz & Cie)
  • Die Leichtigkeit des Steins – Banque Parisbas (schneider + schumacher)
  • Praedium (Dietz Joppien Architekten)
  • Hauptverwaltung der FAZ (Eike Becker Architekten)
  • Westendtower (Meyer Schmitz-Morkramer)
  • Axis (Meixner Schlüter Wendt)
  • Laube, Liebe, Hoffnung (Franken Architekten)

Das Lyoner Quartier

  • Nestlé Deutschland Zentrale (Meid + Romeick)
  • Olivetti Türme (Egon Eiermann)
  • Atricom (Kraemer, Sieverts und Partner)
  • Prisma (Auer + Weber)
  • Appartementhaus Lyoner Straße 19 – Umwandlung von einem Bürohaus (Stefan Forster)

Gateway Gardens

  • Holm (Albert Speer + Partner)
  • Alpha Rotex (Jo Franzke Architekten)
  • Kion Zentrale Deutschland (BGF+)
  • Bürogebäude (nps tschoban)
  • Condor Bürogebäude + Element Frankfurt Boardinghouse (Neumann Architekten)
  • Lindenbergh (Ortner + Ortner)

Wohnung